11.05.2012

in any shade of colour

Für bestimmte Anlässe im Leben spielen Anpassungen eine große Rolle. Sie werden angenommen und in Form von Regeln von Generation zu Generation weitergegeben. Doch wie zeitgemäß sind solche "Vorschriften" und wie lässt sich eine modische Wahl durch sie beeinflussen?

Wir wissen alle, wie schwierig es ist, ein gutgeschnittenes Kleid zu finden, welches tausendprozentig zu einem passt. Von der Qualität des Stoffes ganz abgesehen, bilden weitere Faktoren eine Wichtigkeit, die zum großen Ganzen führen. Doch der erste Eindruck eines Kleides wird in erster Linie durch die Farbe getroffen. Da kann ein Gewand noch so schön geschnitten und aus feinster Seide gesponnen sein - wir richten unser Augenmerk doch primär auf die von uns favorisierten Nuancen, welche uns mit Wohlempfinden einhüllen.

Was aber, wenn uns eingetrichtert wird, uns von einem bestimmten Schimmer einlullen zu lassen, der uns in Wirklichkeit nur blendet?! Warum werden traditionsgemäß hierzulande Bräute in unschuldiges Weiß umwickelt?! Die Erklärung - nennen wir es besser Ausrede - schiebe ich an diesem Punkt dezent zur Seite... Denn wie hoch ist schon die Wahrscheinlichkeit, dass der Herr seine Dame im Namen der Unschuld heiratet? Eben! 

Eine Hochzeit kann - aus weiblicher Sicht - so einige Verzweiflungen hervorrufen, wenn es um die Kleiderfrage geht - auch für die Hochzeitsgäste... Da verzichtet die beste Freundin auf ein so wunderbar geschneidertes Cocktailkleid in einem edlen Cremeweiß oder Elfenbein, welches in Verbindung mit ihrem gebräunten Teint und ihrem haselnussbraunen Haar eine perfekte Harmonie bildet, nur weil es der blassen Braut - die wohlgemerkt in ihrem Kleid fast wirkt, als hätte Harry Potter ihr persönlich seinen Unsichtbarkeitsumhang ausgeliehen - vorbehalten sein soll, diese Farbe  ihr Eigen zu nennen? Hallohoooo?!? Wo ist das Selbstbewusstsein der Zukünftigen hin?

Und warum hat das kleine Schwarze nichts auf einer Hochzeitsfeier zu suchen? Wo es doch ganz offensichtlich ist, dass diese Farbe vielmehr der Eleganz als der Trauer verschrieben ist. Wie sieht es im Alltag aus? Hier spricht mir doch auch niemand sein Beileid aus, nur weil meine Lieblingskombi aus einer schwarzen Jeans und einem schwarzen Strickpullover besteht. Extrem traurig wird es, wenn ich noch meine dunklen Chelsea-Boots aus dem Schrank rauskrame - der Taschentücherverbrauch und das Händedrücken sind an diesen Tagen unendlich.

Also... liebes Brautpaar, liebe Gäste, belastet euch nicht mit so engstirnigen "Regeln" und genießt euren Tag!







Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Powered by Blogger.