17.09.2013

fashion victim



Als mir neulich ein guter Freund folgendes Video zukommen ließ, konnte ich mich vor gegensätzlich angeordneten, emotionalen Ausbrüchen kaum konzentriert auf dem Sessel halten. Ständig sagte ich zu mir: "Sieh an, sieh an. Es gibt sie tatsächlich... Modeopfer."

Das Wort Opfer scheint mir in diesem Kontext jedoch ein wenig absurd. Definiert man ein Opfer doch im Allgemeinen als einen Leidtragenden, Geschädigten. Und so frage ich mich, warum sich meine Wenigkeit bei solchen "Opferaussagen" selbst ausgeliefert fühlt?!

Schlagen wir also schnell bei Wikipedia nach und stellen erleichtert den kleinen aber feinen Unterschied fest:

  • Jemand kann sich selbst zum Opfer machen (reflexive Bedeutung)
  • Jemand kann einen anderen zum Opfer machen (transitive Bedeutung)

Was passiert aber, wenn sich die Bedeutungen vermischen? Gibt es sie tatsächlich? Eine neue Spezies? Eine modische Unterart... als Opfer getarnt auf der Suche nach Idealismus und Opferbereitschaft?! Setzt uns die Modeindustrie wirklich so unter Druck, auf dem Laufenden zu sein oder uns womöglich einzureden, wir liefen auf der Stelle stehend mit? Schon bei dem Gedanken packe ich meine Sneakers wieder zurück in den Schrank, ignoriere höflich den Startschuss und mache es mir mit einem Buch und einer Tasse Tee gemütlich. 

In einer Branche, die so schnelllebig ist, dass man Winterkollektionen (aktuelle Herbst- und Wintertrends finden Damen ab 40 Jahren hier) schon im Sommer kaufen kann, in der Designer gefeiert werden, ohne jemals aufgetaucht zu sein - wie groß ist in solch einer Welt die Gefahr sich wirklich selbst zu verlieren und Fiktion mit Realität zu benetzen?





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Powered by Blogger.