13.02.2016

Damals war alles anders


Zu behaupten, es wäre noch spannend, auf diversen Fashion-Blogs rumzustöbern, ist Übertreibung pur. Nach unzähligen Chloé Faye Bags und abertausend Gucci Donysus Taschen fehlt es mir persönlich so langsam an Glaubwürdigkeit des individuellen Stils. Während sich zu Beginn meiner Blogger-Tätigkeit ein mitreißender Inspirationsfluss durch die Blogosphäre schlängelte, finde ich aktuell lediglich identisch angelegte, vor sich dahin dümpelnde Teichlandschaften.

Kann es wirklich sein, dass uns die Langeweile eingeholt und sich stupide Eintönigkeit eingeschlichen hat? Wohl gemerkt, diese stupide Eintönigkeit hat ihren Preis und so präsentieren sich verschiedene Bloggermodemädchen kontinuierlich in Outfits, welche den summarischen Wert eines durchschnittlichen Monatsgehalts oftmals überschreiten.

Wo sind die Jägerinnen unter euch, die stolz ihre Beute präsentieren? Wieso gebt ihr euch mit Futter aus der Dose zufrieden, wenn die Welt da draußen voller Freiwild ist? Ich möchte wieder mehr Leidenschaft sehen. Ich  möchte mich nicht weiterhin von Zuchtbecken zu Zuchtbecken durchklicken und vergeblich Ausschau nach fangfrischen, außergewöhnlichen, unvergleichlichen Schöpfungen halten müssen. Ich möchte wieder unter einem Outfit-Post die Hashtags "Vintage" oder "Flohmarkt" oder "Second-Hand" oder "DIY" lesen. Gerade bei den "großen" Bloggern vermisse ich dies doch sehr und frage mich, ob ein Blog für Anfragen und Kooperationen dadurch weniger attraktiv werden könnte? Vielleicht liegt der Ursprung der Zuchtbecken wirklich im wirtschaftlichen Segment eines erfolgreichen Blogs. Vielleicht ist Individualität heutzutage einfach nicht lukrativ genug.


6 Gründe 2nd-Hand zu kaufen


1. Die Auswahl

Klickt man durch diverse Online-Shops, erhält man so ziemlich überall die gleiche Auswahl an Kleidungsstücken. Schlaghosen sind wieder in?! Fein, denn egal in welchem Laden wir uns befinden, sie sind erhältlich. Das alles macht Spaß, wenn du jung bist, du alles tragen kannst und in Kleidergröße 34/36 passt. In einer Second-Hand Boutique bekommt man keine Trends vorgesetzt, man probiert aus, lässt sich von Stücken mit Individualität bezirzen und findet auch dann Jeans mit gerade geschnittenem Bein, wenn gerade niemand danach fragt.

2. Qualität 

Ein Acryl-Pullover, welchen man nach kürzester Zeit in die Tonne kloppen kann, da die kleinsten Reibungen einen materiellen Knötchen-Ausschlag hervorrufen, kann heutzutage bei beliebten High Street Labels bis an die 40 Euro kosten. Für gesagten Preis werden mir aus zweiter Hand mindestens zwei Pullover aus 100% Wolle angeboten. Qualität muss nicht immer teuer sein. 

3. Neu(wertig) 

Viele Second Hand Teile sind absolut neuwertig und teilweise noch mit den original Preisschildern versehen. Ein absoluter Höhenflug, wenn Einzelstücke bis zu 90% reduziert zu finden sind. 

4. Designer 

Auch Designer-Stücke werden regelmäßig aussortiert und wer zur richtigen Zeit, am richtigen Ort ist, kann echte Schätze ergattern. 

5. Preise 

Auf Flohmärkten ist das Handeln ausdrücklich erwünscht und selbst ohne das Runterdrücken des Preises, kann man hier echte Schnäppchen ergattern. Aber auch Sozialkaufhäuser oder Kleiderkammern bieten ganzjährig ein Textil-Eldorado an. Diese Einrichtungen sind nicht, wie vielleicht viele von euch denken werden, nur für hilfsbedürftige Menschen vorgesehen, denn die ehrenamtlichen Mitarbeiter dieser Institutionen freuen sich über jeden Verkauf, um den Erlös anschliessend spenden und karitativ eingesetzen zu können. 

6. Umwelt 

 In unserer Wegwerfgesellschaft ist ein bewusstes Kaufverhalten von großer Bedeutung. Bevor ihr in etwas Neues investiert, sortiert aus und nutzt Platformen wie Vestiaire Collective, Rebelle, Kleiderkreisel, ebay, Mädchenflohmarkt, Tictail, etc. zum Verkaufen und Kaufen. Weniger ist bekanntlich mehr. 





PICARD Saddle Bag - 2nd Hand vom Flohmarkt für 5,- Euro



1 Kommentar:

  1. Amen to this! Mag diesen Einheitsbrei auch nicht, Second Hand dafür umso mehr. Ich könnte Tage damit verbringen, durch die ganzen Läden zu stöbern. Und es macht doch auch viel mehr Spaß, ein Outfit mit "Geschichte" zu tragen.

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